Familien
bergen in sich große Geschichten über Liebe, Tod, Freude,
Gewalt und Abenteuer
Jeder Mensch hat ein
eigenes inneres Bild seiner Familie, welches die Beziehung zur Familie, zu
anderen Menschen und zur Wirklichkeit darstellt. Dieses innere Bild wird
in einer Familienaufstellung sichtbar.
Die Zugehörigkeiten zum Familiensystem
sind von großer Bedeutung, weil Leben, Schicksal und Tod eines jeden
Familienmitgliedes Einfluss auf die gemeinsame "Familienbewusstheit " und damit auf die einzelnen Familienmitglieder hat.
In Familien wirken
auf einer tiefen Ebene Kräfte, die Menschen in das systemische Ganze ihrer
Sippe einbinden: wir alle leben in unserem jeweiligen System in einer
Sippengemeinschaft, ja sogar in einer "Schicksalsgemeinschaft".
Alle Mitglieder
einer Familie sind in einer größeren Einheit, einer "Familienbewusstheit",
gemeinsam miteinander verbunden und zwar sowohl die noch lebenden, wie
auch die verstorbenen.
Diese
"Familienbewusstheit", die über die gesamte Sippe wacht, wirkt als höhere
Instanz. Sie vergisst niemanden und hat das Ganze fest im Blick.
Wie kann man sich
ein solches Wirken vorstellen?
-
Ein Mann verliert
seine erste Liebe. Er heiratet später eine andere Frau und hat mit ihr
auch eine Tochter. Häufig ist von solchen ersten Lieben in der späteren
Familie nichts mehr bekannt. Die "Familienbewusstheit" erzwingt bei
einem solchen Verschweigen z.B., dass die erste Frau, in der
Regel von einer Tochter vertreten wird. Diese Tochter kann zum Vater
eine erotisch gefärbte und zur Mutter eine Konkurrenzbeziehung
entwickeln.
-
Ein Onkel ist im 2. Weltkrieg gefallen. Über diesen Onkel wird nicht
mehr gesprochen und über seine Geschichte ist bei seinen Neffen und
Nichten nichts bekannt. Vielleicht weil der Familie sein Engagement im
3. Reich peinlich ist. Ein Neffe z.B. kann nun ohne einen
offensichtlichen Grund ein aggressives Verhalten entwickeln. In einer
Weise, die dem Onkel zu eigen war, "rächt“ er sozusagen das Verschweigen
des Onkels.
In manchen Familien
wiederholen sich bestimmte Schicksale
oft über Jahrhunderte hinweg
immer und immer wieder.
Die
Methode
Mit Hilfe von
Stellvertretern wird das innere
Familienbild der aufstellenden Person dargestellt und räumlich in
Beziehung zueinander gesetzt.
Unter Zuhilfenahme der Aussagen der
Stellvertreter und des eigenen Bildes von der "Familienordnung" wird an
einer kraftvollen Lösung für alle Beteiligten des Systems gearbeitet. Das
anfängliche Problembild wird durch Umstellen, Interaktion und
Lösungssätzen in ein Lösungsbild verwandelt, dass sich auf alle
Beteiligten positiv auswirkt.
Durch die
Entwicklung des Familienstellens ist es gelungen, einen neuartigen Zugang
zu "Ver(w)irrungen“, Störungen und Krankheiten in Familien zu gewinnen und
neue Erkenntnisse zu
erhalten zu den systemischen Bindungen von
Menschen in ihrem Ursprungssystem: „unsichtbare Bindungen" als Grundlage
von Individualität,
(Lebens-) Haltungen, Gefühlen, Gesundheit und Krankheit.
Erkenntnisse zu generationsübergreifenden Dynamiken zeigen systemische Ver-strickungen
auf und verhelfen zu einer neuen Sichtweise und mehr Verständnis.
Eine Familienaufstellung
erfordert Mut und den Willen
zu Veränderungen.